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Dachs im Garten: So kannst du den Dachs vertreiben

Das Auftauchen eines Dachses im Garten kann für viele Gartenbesitzer unangenehme Überraschungen mit sich bringen. Trotz seines unscheinbaren Äußeren hinterlässt der Dachs oft tiefe Gräben, aufgewühlte Beete und zerstörte Rasenflächen. Aber wie geht man am besten mit einem Dachs um, der sich in den eigenen Garten verirrt hat? In diesem Artikel erfährst du, wie du den Dachs erfolgreich vertreiben kannst, ohne ihm zu schaden, und wie du den Garten vor weiteren Besuchen schützt.


Was macht der Dachs im Garten?

Der Dachs ist ein nachtaktives Tier, das sich gerne in Wäldern, auf Wiesen und gelegentlich auch in städtischen Gärten aufhält. Seine Hauptnahrungsquelle sind Regenwürmer, Insekten, kleine Säugetiere und Pflanzenwurzeln. Besonders im Herbst, wenn der Boden weich und feucht ist, zieht es ihn vermehrt in Gärten, wo er nach Nahrung gräbt.

Ein Dachs gräbt oft tiefe Löcher im Rasen oder Beet. Er baut auch seine Höhlen – sogenannte Bauten – in Gebieten, die ihm sicher erscheinen. Manchmal reicht ein einziger Besuch, um den gesamten Garten umzugraben.


Warum solltest du den Dachs vertreiben?

Dachse gelten in vielen Regionen als geschützte Tiere. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, da sie dazu beitragen, Insektenpopulationen in Schach zu halten und den Boden durch ihre Grabtätigkeit zu belüften. Dennoch gibt es gute Gründe, einen Dachs aus dem eigenen Garten zu vertreiben.

Schäden im Garten

Dachse hinterlassen sichtbare Schäden. Besonders betroffen sind Blumenbeete, Rasenflächen und Gemüsebeete. Durch ihre Suche nach Nahrung graben sie tiefe Löcher, die den Boden aufwühlen und Pflanzen entwurzeln. Diese Schäden können sowohl ästhetisch als auch finanziell problematisch sein.

Gefahr für Haustiere

Auch wenn Dachse normalerweise keine aggressiven Tiere sind, können sie in bestimmten Situationen Haustiere angreifen, insbesondere wenn sie sich bedroht fühlen. Hunde, die einen Dachs aufscheuchen, könnten sich in gefährliche Auseinandersetzungen verwickeln.

Hygieneprobleme

Dachse hinterlassen häufig Kot im Garten, was zu Hygieneproblemen führen kann. Ihr Kot enthält oft Parasiten, die auch für Haustiere und Menschen gefährlich werden können. Ein Dachs, der regelmäßig den Garten aufsucht, kann somit ein Gesundheitsrisiko darstellen.


Den Dachs im Garten erkennen

Bevor du Maßnahmen zur Vertreibung ergreifst, ist es wichtig sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um einen Dachs handelt. Hier sind die wichtigsten Anzeichen, die auf einen Dachs im Garten hindeuten:

Tiefe Löcher im Rasen

Dachse hinterlassen markante Grabspuren. Die Löcher sind oft etwa 10 bis 15 cm tief und werden unregelmäßig über den Garten verteilt. Besonders in feuchtem Boden sind diese Löcher leicht zu erkennen.

Dachsbauten

Wenn sich ein Dachs für einen längeren Zeitraum im Garten aufhält, kann er anfangen, einen Bau zu graben. Diese Bauten bestehen aus mehreren Ein- und Ausgängen und können bis zu 20 Meter tief sein. Typisch für einen Dachsbau sind große Erdhaufen vor den Eingängen.

Kotspuren

Dachse legen häufig sogenannte „Kotgruben“ an. Das sind kleine Gruben, in denen sie ihren Kot absetzen. Diese Gruben findest du meist an den Rändern des Gartens oder in abgelegenen Bereichen.

Fußspuren

Dachse haben markante Fußspuren. Die Vorderpfoten haben fünf Zehen, die deutlich sichtbar sind. Oft hinterlassen sie auch Kratzspuren im Boden.


Dachs vertreiben: Legale und schonende Methoden

Dachse stehen in vielen Ländern unter Schutz, was bedeutet, dass du sie nicht jagen oder töten darfst. Es gibt jedoch zahlreiche legale und tierfreundliche Methoden, um einen Dachs aus dem Garten zu vertreiben.

1. Zäune als Barriere

Eine der effektivsten Methoden, einen Dachs fernzuhalten, ist das Aufstellen eines Zauns. Dachse können gut graben, aber sie klettern selten. Ein stabiler, mindestens 1,5 Meter hoher Zaun kann den Garten sichern. Wichtig ist, dass der Zaun tief genug in den Boden reicht – etwa 50 cm sollten eingegraben werden, um ein Untergraben zu verhindern.

2. Natürliche Barrieren schaffen

Du kannst den Garten auch durch natürliche Barrieren schützen. Stachelige Pflanzen wie Berberitze oder Brombeeren können entlang der Grundstücksgrenze gepflanzt werden, um dem Dachs den Zugang zu erschweren. Dachse meiden oft dichte, dornige Büsche, da sie dort nur schwer hindurchkommen.

3. Lärm als Abschreckung

Dachse sind nachtaktive Tiere, die laute Geräusche nicht mögen. Du kannst Bewegungsmelder mit integriertem Alarm installieren. Diese Geräte geben bei Bewegung laute Geräusche ab, die den Dachs verschrecken. Auch Ultraschallgeräte, die hohe Töne aussenden, können helfen.

4. Duftstoffe als Abwehr

Dachse haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Bestimmte Gerüche wirken abschreckend auf sie. Streue menschliche Haare oder Hundehaare in den Garten. Auch stark riechende Substanzen wie Essig, Mottenkugeln oder Zitronenschalen können den Dachs vertreiben. Stelle sicher, dass diese Stoffe regelmäßig erneuert werden, da ihr Duft schnell verfliegt.

5. Lichtquellen einsetzen

Da Dachse lichtscheu sind, kann der Einsatz von starken Lichtquellen im Garten helfen. Bewegungsmelder, die bei Annäherung des Dachses ein helles Licht einschalten, können effektiv sein. Du solltest jedoch darauf achten, dass die Nachbarn nicht durch das Licht gestört werden.

6. Hunde als Abschreckung

Dachse meiden Gärten, in denen sie den Geruch von Hunden wahrnehmen. Wenn du einen Hund hast, kann dessen Anwesenheit ausreichen, um den Dachs fernzuhalten. Du kannst auch den Hund regelmäßig im Garten herumlaufen lassen, um seinen Duft zu verteilen.

7. Wasser als Vertreibungsmittel

Dachse sind wasserscheu. Eine einfache Methode, um sie zu vertreiben, ist der Einsatz von Wassersprengern mit Bewegungsmeldern. Sobald der Dachs sich dem Garten nähert, wird er durch einen plötzlichen Wasserstrahl abgeschreckt.


Langfristige Maßnahmen gegen Dachse im Garten

Ein Dachs kann sehr hartnäckig sein. Um zu verhindern, dass er wiederkommt, solltest du langfristige Maßnahmen ergreifen, die den Garten für den Dachs unattraktiv machen.

1. Den Garten unattraktiv gestalten

Dachse suchen nach Nahrung und sicheren Verstecken. Entferne daher potenzielle Nahrungsquellen aus deinem Garten. Lass keine Abfälle offen herumliegen, räume regelmäßig Fallobst auf und achte darauf, dass keine Futterreste von Haustieren im Garten verbleiben. Wenn der Dachs keine Nahrung findet, wird er den Garten meiden.

2. Dachsbauten verschließen

Falls ein Dachs bereits einen Bau im Garten angelegt hat, solltest du ihn verschließen, sobald der Dachs den Bau verlassen hat. Warte ab, bis du sicher bist, dass der Bau unbewohnt ist, und fülle ihn dann mit Erde oder Steinen auf. Beachte, dass es illegal sein kann, einen Bau zu verschließen, solange er bewohnt ist.

3. Pflanzen, die Dachse meiden

Es gibt bestimmte Pflanzen, die Dachse nicht mögen. Pflanze zum Beispiel stark riechende Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Lavendel entlang der Grundstücksgrenze. Diese Pflanzen wirken nicht nur abschreckend, sondern sind auch pflegeleicht und sehen gut aus.


Wann professionelle Hilfe notwendig ist

In einigen Fällen reicht es nicht aus, den Dachs durch eigene Maßnahmen zu vertreiben. Wenn der Dachs hartnäckig bleibt oder einen besonders großen Bau im Garten angelegt hat, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Spezialisierte Schädlingsbekämpfer oder Wildtierexperten können den Dachs auf schonende Weise umsiedeln.

1. Umsiedlung durch Experten

In einigen Regionen ist es erlaubt, Dachse umzusiedeln. Dies sollte jedoch nur von Fachleuten durchgeführt werden, da Dachse territoriale Tiere sind und bei unsachgemäßer Umsiedlung in ihrer neuen Umgebung Probleme verursachen können. Informiere dich bei den örtlichen Behörden oder Naturschutzorganisationen, ob eine Umsiedlung möglich ist.

2. Bauabsicherung durch Profis

Wenn der Dachs bereits einen Bau im Garten angelegt hat, kann es ratsam sein, professionelle Hilfe zur Absicherung des Baus zu suchen. Experten können den Bau auf humane Weise verschließen und sicherstellen, dass der Dachs sich nicht mehr im Garten ansiedelt.


Dachs und Gesetz: Was du beachten musst

Dachse stehen in vielen europäischen Ländern unter Schutz. Bevor du Maßnahmen ergreifst, solltest du dich über die lokalen Gesetze informieren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es streng verboten, Dachse zu fangen, ihnen zu schaden oder sie gar zu töten. Zuwiderhandlungen können mit hohen Strafen geahndet werden.

Was ist erlaubt?

Die meisten Maßnahmen, die den Dachs vertreiben, ohne ihm zu schaden, sind legal. Dazu gehören Zäune, Lichtquellen, Duftstoffe und Geräusche. Achte jedoch darauf, dass du keine Fallen aufstellst oder Gift auslegst, da dies sowohl für den Dachs als auch für andere Wildtiere gefährlich ist.

Wann ist eine Genehmigung erforderlich?

Wenn du planst, den Dachs umzusiedeln oder seinen Bau zu verschließen, solltest du dich vorher bei den zuständigen Behörden erkundigen. In vielen Fällen benötigst du eine Genehmigung. Auch der Einsatz bestimmter Abwehrmittel, wie Ultraschallgeräte, kann genehmigungspflichtig sein.


Fazit: Den Dachs nachhaltig vertreiben

Ein Dachs im Garten ist auf den ersten Blick ein Problem, das jedoch mit den richtigen Maßnahmen behoben werden kann. Wichtig ist, dass du den Dachs nicht als Feind, sondern als Teil des natürlichen Ökosystems betrachtest. Durch schonende und legale Methoden kannst du ihn vertreiben, ohne ihm zu schaden. Zäune, Lärmquellen, Duftstoffe und das Vermeiden von Nahrungsquellen sind dabei die effektivsten Mittel.

Gleichzeitig schützt du nicht nur deinen Garten, sondern trägst auch zur Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts bei. Mit den hier vorgestellten Tipps und Strategien kannst du deinen Garten langfristig vor weiteren Besuchen des Dachses schützen.

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